Closed Qualifier Desaster: Zwei große Namen, letzter Platz

Der IEM Rio 2026 Closed Qualifier hat keine neuen Geschichten geschrieben, sondern alte Probleme offen gelegt. BC.Game und Fnatic reisten mit Namen, Rankings und Erwartungen an. Abgereist sind beide gemeinsam auf dem letzten Platz.
Favoritenstatus ohne Bedeutung
Beide Teams gehörten zu den bestgerankten Einladungen im Closed Qualifier. Auf dem Server war davon wenig zu sehen. BC.Game eröffnete das Turnier mit einer glatten 0-2 Niederlage gegen Ursa, ein Team außerhalb jeder relevanten Wahrnehmung, VRS Rang 185 im Januar Snapshot.
Im Lower Bracket wartete Nemesis, aufgebaut auf dem ehemaligen GUN5 Core. Auf dem Papier ein klarer Vorteil für BC.Game. Die Realität sah anders aus. Ein Sieg auf Nuke, der erklärbar war, da dieser Kern bereits bei SAW funktionierte. Danach folgte das bekannte Muster. Inferno und Ancient gingen verloren, 13:9 und 13:11. Keine Anpassung, kein Momentum, kein Bruch im Spiel des Gegners.
Ein Star Duo gegen den Rest
s1mple und electroNic lieferten als einziges Duo Zahlen, die einem Topteam entsprechen. Der portugiesische Kern blieb deutlich darunter. Das kam nicht überraschend. Schon 2025 zeigte SAW über weite Strecken schwache Form, trotz einzelner guter Ergebnisse bei Fissure Playground 1 und PGL Masters Bucharest. Der Qualifier setzte diese Linie fort.
Nach dem Aus liegt BC.Game auf Rang 28 der HLTV Live VRS Simulation. Diese Position reicht für kaum ein relevantes Tier 1 Event. Ohne einen starken Auftritt bei der IEM Krakow droht ein Szenario, in dem hohe Investitionen ohne sportlichen Gegenwert bleiben. Die Zeit arbeitet nicht für dieses Projekt.
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Fnatic und der Verlust der Ordnung
Fnatic erlebte einen ähnlich klaren Absturz. Das Auftaktmatch gegen KOLESIE ging verloren, Ancient 13:9, Mirage 13:2. Auf Mirage gewann Fnatic zwei T-Runden. Mehr Kontext braucht dieses Spiel nicht.
Im Lower Bracket folgte GenOne, ein erfahrenes, mehrheitlich französisches Lineup. Wieder nur zwei T-Runden auf Ancient. Ein Sieg auf Anubis hielt das Team kurz im Turnier. Dust 2 beendete den Lauf, 14:16, nach einem offenen Spiel, das sinnbildlich für die strukturellen Probleme stand.
Der Abgang von blameF hat Fnatic eine klare Führungsfigur genommen. Der vorherige Wechsel von CYPHER zu jackasmo verschärfte das Ungleichgewicht. Mit der Verpflichtung von Maden sollte frühe Aggression entstehen. Das setzte voraus, dass jackasmo später in den Runden Wirkung entfaltet. Eine K/D von 35/52 und ein Rating in Höhe von 0.84 zeigt, dass es gegen GenOne nicht passierte.
Zwei Projekte, eine Fragen
Beide Teams scheiterten nicht an einzelnen Maps, sondern an fehlender Stabilität. Der Closed Qualifier zeigte keine Entwicklung, sondern Wiederholungen bekannter Muster. Rankings und Namen reichten eben nicht aus, um selbst gegen nominell schwächere Gegner die Kontrolle zu gewinnen.
Der Weg zurück führt nicht über Durchhalteparolen, sondern über klare Entscheidungen, die in Zukunft hoffentlich folgen werden.