Brasilien verurteilt Riot Games wegen Lootboxen zu Millionenstrafe

Am 9. Juni 2026 hat das Bundesgericht des Bundesdistrikts in Brasilien Riot Games, den Herausgeber von League of Legends, dazu verurteilt, 15 Millionen Reais (etwa 3 Millionen US-Dollar) als kollektiven Schadensersatz zu zahlen. Grund dafür sind die Lootboxen, die als Glücksspielmechanik angesehen werden. Riot Games hat die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Weitere Unternehmen betroffen

Neben Riot Games wurden auch andere große Unternehmen wie Apple, Microsoft, Tencent, Google, Sony, Electronic Arts, Ubisoft, Valve, Konami und Nintendo in dem Fall belangt. Sie müssen zusammen 298 Millionen Reais (etwa 58,5 Millionen US-Dollar) zahlen, da sie Minderjährigen den Zugang zu Lootbox-Mechaniken ermöglicht haben. Apple, Microsoft und Tencent tragen den größten Anteil der Strafe mit jeweils 50 Millionen Reais.

Hintergrund des Urteils

Die Klage wurde von Anced, der Nationalen Vereinigung der Zentren zur Verteidigung der Kinder- und Jugendrechte, eingereicht. Richterin Rejane Zenir Jungbluth begründete die Höhe der Strafe mit mehreren Faktoren, darunter die Altersfreigabe des Spiels, die Größe der brasilianischen Spielergemeinschaft und die finanzielle Stärke von Riot Games. „Ich setze die Entschädigung für kollektive moralische Schäden auf 15 Millionen Reais fest, ein Betrag, den ich für notwendig und ausreichend halte, um die wiederherstellenden, erzieherischen und abschreckenden Funktionen des Urteils zu erfüllen“, erklärte sie.

Folgen für Riot Games

Zusätzlich zu der kollektiven Strafe eröffnet das Urteil die Möglichkeit, dass Minderjährige, die Lootboxen in League of Legends genutzt haben, individuelle Schadensersatzansprüche geltend machen könnten. Riot Games hat nach Erschöpfung aller Berufungen 90 Tage Zeit, um seine Spiele in Brasilien den neuen Vorschriften anzupassen. Dazu gehören deutliche Warnhinweise, die Offenlegung der Drop-Raten, Altersverifikationen und ein Rückerstattungssystem. Bei Nichteinhaltung droht eine tägliche Geldstrafe von 100.000 Reais.

Globale Entwicklungen

Der Fall in Brasilien ist Teil eines weltweiten Trends, bei dem Lootboxen zunehmend ins Visier der Regulierungsbehörden geraten. In Europa haben Belgien und die Niederlande bereits Maßnahmen ergriffen und diese Mechaniken als Glücksspiel eingestuft. In China müssen Publisher seit 2017 die Wahrscheinlichkeiten für Belohnungen offenlegen. In Polen ist eine Gesetzesänderung in Vorbereitung, die eine Glücksspielgenehmigung für Spiele mit zufallsbasierten Käufen erfordern würde. Auf EU-Ebene wird über ein einheitliches Regelwerk debattiert, das jedoch frühestens 2028 in Kraft treten könnte.

Häufig gestellte Fragen

Warum wurde Riot Games in Brasilien verurteilt?

Riot Games wurde wegen der Verwendung von Lootboxen, die als Glücksspielmechanik angesehen werden, zu einer Strafe verurteilt.

Welche anderen Unternehmen sind von dem Urteil betroffen?

Unternehmen wie Apple, Microsoft, Tencent, Google, Sony, Electronic Arts, Ubisoft, Valve, Konami und Nintendo sind ebenfalls betroffen.

Welche Maßnahmen muss Riot Games in Brasilien umsetzen?

Riot Games muss deutliche Warnhinweise, die Offenlegung der Drop-Raten, Altersverifikationen und ein Rückerstattungssystem einführen.

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