Falcons sprengen den Markt: Warum CDL Gehälter plötzlich explodieren

Leaks entstehen dort, wo Transparenz fehlt. In der Call of Duty League ist genau das passiert. Eine geleakte Gehaltsliste legt offen, wie weit die wirtschaftliche Realität der Teams auseinanderliegt. Sheep Esports hat die Zahlen eingeordnet. Der Blick auf Riyadh Falcons zeigt dabei nicht nur hohe Summen, sondern ein anderes Finanzierungsmodell.
Ein Leak mit Rückhalt, aber ohne Offenlegung
Das Dokument stammt aus unbekannter Quelle. Mehrere bekannte Profis bestätigten Teile der Zahlen. Das macht den Leak relevant, ersetzt aber keine offizielle Transparenz der Liga. Die Gehälter werden nicht öffentlich kommuniziert. Genau diese Lücke füllt nun ein inoffizielles Papier.
Falcons als wirtschaftlicher Ausreißer
Riyadh Falcons stehen laut Leak bei rund 1,7 Millionen Dollar Jahresgehältern für vier Spieler. McArthur Cellium Jovel soll allein 850.000 Dollar verdienen. Diese Summe übersteigt die kompletten Team Budgets mehrerer Franchises. Das ist ein struktureller Bruch innerhalb der Liga.

Der Vergleich innerhalb des Teams zeigt die Dimension. Cellium soll ein Vielfaches dessen verdienen, was direkte Teamkollegen erhalten. Das deutet nicht auf organisch gewachsene Gehaltsstrukturen hin, sondern auf gezielte Spitzeninvestitionen.
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Woher kommt dieses Geld
Hier liefert Dot Esports den entscheidenden Kontext. Team Falcons wird als saudisch gestützte Organisation beschrieben, die massiv in mehrere Esport Titel investiert. Die Geldgeber wurden nie offiziell benannt. Dot Esports berichtet jedoch von angenommenen Verbindungen zum saudischen Königshaus.
Diese Art der Finanzierung unterscheidet sich grundlegend von klassischen Franchises. Während viele CDL Teams von Sponsoren, Medienrechten und begrenzten Investoren abhängig sind, agiert Falcons mit deutlich größerem finanziellen Spielraum. Beobachter ordnen dieses Engagement im Rahmen staatlich unterstützter Prestigeprojekte ein.
Call of Duty: Ein Esport von vielen
Falcons investiert nicht isoliert in die CDL. Laut Dot Esports baut die Organisation parallel Präsenz in Apex Legends, Counter Strike und Dota 2 und mehr auf. Team Falcons selbst gilt als saudi-arabische E‑Sport-Organisation, für die in anderen Kontexten immer wieder ein möglicher Bezug zu staatlich kontrollierten Geldquellen (z. B. Public Investment Fund/PIF) und Sportswashing diskutiert wird, aber ohne offizielle, transparente Offenlegung der Eigentümerstruktur
Der Effekt auf die Liga
Die Folge ist eine verzerrte Gehaltslandschaft. Während Falcons Summen zahlt, die an internationale Topligen erinnern, operieren andere Teams nahe am Mindestgehalt. Der gemeldete Median von 150.000 Dollar zeigt, wo der Großteil der Liga tatsächlich liegt.
Der Vergleich mit der LEC, den Sheep Esports liefert, macht das deutlich. Europas Topliga zahlt im Schnitt mehr, aber gleichmäßiger.
- Durchschnitt: ca. 240.000 Euro (~280.800 US-Dollar)
- Median: ca. 170.000 Euro (~198.900 US-Dollar)
In der CDL entstehen Extreme, die das Franchise Modell eigentlich vermeiden sollte.
Offene Fragen bleiben
Nicht bekannt ist, wie nachhaltig diese Investitionen sind, welche Gegenleistungen erwartet werden oder wie lange dieses Niveau gehalten wird. Ebenso unklar bleibt, ob andere Teams nachziehen können oder wollen.
Ein Markt mit zwei Geschwindigkeiten
Der Leak zeigt keine einzelne Eskalation, sondern ein Systemproblem. Falcons kann sich diese Gehälter leisten, weil die Organisation anders finanziert ist als der Rest der Liga. Transparenz bleibt weiter aus. Solange das so ist, werden Leaks die ehrlichste Quelle bleiben.