FaZe Clans Lauf beim StarLadder Budapest Major war ein Ausreißer, kein Neustart
Der tiefe Lauf von FaZe Clan beim StarLadder Budapest Major kam für viele überraschend. Nach einem schwierigen Jahr 2025 galt die Organisation sportlich als angeschlagen. Das Major zeigte noch einmal die bekannte Widerstandskraft des Teams. Es wirkte spektakulär. Es wirkte vertraut. Aber es wirkte auch fragil.
Schon früh stand FaZe mehrfach vor dem Aus. In Stage 1 fehlte nur ein einzelner Moment gegen RED Canids zur Eliminierung. Kurz darauf folgte ein weiterer kritischer Punkt gegen Fluxo, ehe eine lange Siegesserie den Verbleib im Turnier sicherte. Von dort aus entwickelte sich ein Lauf, der FaZe bis ins Finale trug. Historisch. Aber auch ungewöhnlich.
Einzelne Leistungsspitzen statt stabiler Entwicklung
Ein wesentlicher Faktor war Helvijs „broky“ Saukants. Der AWPer hatte über weite Teile des Jahres mit Formproblemen zu kämpfen und war zeitweise sogar aus dem Line-up genommen worden. In Budapest steigerte er sich Runde für Runde. Nach einem unauffälligen Start folgten solide Werte in Stage 2 und starke Auftritte in Stage 3 sowie den Playoffs. Besonders in den entscheidenden Phasen trug er das Team mit.
Auch Jakub „jcobbb“ Pietruszewski, zuvor häufig kritisiert, zeigte im Turnierverlauf eine klare Entwicklung. Seine Statistiken verbesserten sich deutlich, vor allem in Pistol Rounds. Dort gehörte er zu den effektivsten Spielern des gesamten Majors. Diese Stärke verschaffte FaZe wiederholt frühe Vorteile in Maps.
Die Rolle von karrigan
Finn „karrigan“ Andersen prägte den Lauf auf eine andere Weise. Taktisch überzeugte FaZe vor allem auf Nuke, wo mehrere Gegner klar kontrolliert wurden. Darüber hinaus war der Einfluss des In-Game-Leaders abseits der Statistik sichtbar. Auch in schwierigen Momenten blieb die Körpersprache stabil. Selbst deutliche Rückstände führten nicht zu sichtbarem Bruch im Team.
Diese Mischung aus Struktur und emotionaler Führung war ein zentrales Element des Major-Laufs. Sie erklärt jedoch nicht, warum ähnliche Leistungen zuvor über Monate ausblieben.
Warum der Lauf schwer zu reproduzieren ist
FaZes Spielstil lebt seit jeher von unkonventionellen Lösungen. Gewonnene Unterzahlsituationen, riskante Entscheidungen, individuelle Glanzmomente. Das funktionierte in Budapest. Es funktioniert aber nicht dauerhaft. Genau diese Schwankungen haben in der Vergangenheit zu personellen Veränderungen geführt.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von brokys Form. Fällt er auf sein Jahresniveau zurück, verliert das Team einen entscheidenden Pfeiler. Auch jcobbb bleibt ein Projekt. Seine Entwicklung ist sichtbar, aber auf höchstem Niveau noch nicht abgesichert.
Der Major war damit weniger ein Wendepunkt als eine Momentaufnahme. Ein Beweis, dass FaZe es noch kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
FAQ
FaZe erreichte das Finale, nachdem das Team bereits in Stage 1 mehrfach vor dem Aus stand.
Ja, gemessen am Turnierverlauf und der Konkurrenz war es der klar stärkste Auftritt des Jahres.
Vor allem broky und jcobbb prägten den Lauf, ergänzt durch karrigans Führung.
Weil die gezeigten Leistungen stark von Einzelmomenten abhingen und zuvor monatelang fehlten.
Nein, das Team gewann weiterhin viele Runden über unkonventionelle Situationen.
Ja, FaZe war historisch oft für starke Peaks und ebenso starke Schwankungen bekannt.
Dazu liefert das Major allein keine ausreichenden Anhaltspunkte.
Ein außergewöhnlicher Lauf, der sportlich beeindruckt, aber strukturell wenig verändert.