Fnatic prüft Verkauf mit möglicher Bewertung von rund 100 Millionen Dollar

Fnatic
Quelle: Riot Games

Fnatic zählt seit Jahren zu den bekanntesten Namen im europäischen Esport. Nun steht die Organisation offenbar vor einem möglichen Eigentümerwechsel. Wie Sky News berichtet, prüft Fnatic aktuell einen Verkauf, der das Unternehmen mit rund 100 Millionen Dollar bewerten könnte.

Die kolportierte Summe sorgt branchenweit für Aufmerksamkeit. Sie liegt deutlich über den Bewertungen, die zuletzt bei vergleichbaren Esport-Deals erzielt wurden.

Interesse aus Sport und Medien

Laut Sky News befindet sich der Prozess noch in einer frühen Phase. Fnatic hat demnach die Investmentbank Oakwell Advisory mandatiert, um sowohl Gespräche mit potenziellen Minderheitsinvestoren als auch mit Interessenten für eine vollständige Übernahme zu führen.

Das Interesse soll aus verschiedenen Richtungen kommen. Genannt werden Unternehmen aus dem Sport- und Medienumfeld sowie größere Konzerne, die den Esport als Zugang zu jüngeren Zielgruppen sehen. Fnatic wird dabei als eine der etabliertesten Marken der Branche positioniert.

Bewertung trifft auf rückläufige Zahlen

Die angestrebte Bewertung von rund 100 Millionen Dollar liegt nahe an früheren Schätzungen von Sheep Esports, die Fnatic auf Basis der Zahlen aus dem Jahr 2023 mit etwa 80 bis 90 Millionen Euro taxiert hatten. Gleichzeitig zeigen die veröffentlichten Geschäftsberichte jedoch eine andere Entwicklung.

Der Umsatz sank von 20,5 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 16,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang von fast 20 Prozent und markiert erstmals einen deutlichen Einbruch im Wachstumskurs der Organisation.

Verluste bleiben ein zentrales Thema

Neben den rückläufigen Einnahmen belastet auch die Kostenstruktur das Gesamtbild. Fnatic erzielte 2023 zwar rund 21 Millionen Dollar Umsatz, verzeichnete jedoch einen kumulierten Cash-Burn von knapp 50 Millionen Dollar. Der Nettoverlust belief sich in diesem Jahr auf 6,37 Millionen Euro.

Im Jahr 2024 konnte der Verlust zwar auf rund 4,4 Millionen Euro reduziert werden, was vor allem auf geringere Betriebskosten und Personalabbau zurückzuführen ist. Von nachhaltiger Profitabilität ist die Organisation damit jedoch weiterhin entfernt.

Fnatic Gear als stabiler Faktor

Ein Lichtblick bleibt die Tochtermarke Fnatic Gear. Der Hersteller von Gaming-Peripherie verkaufte laut offiziellen Angaben weltweit mehr als eine Million Produkte, bevor die Performance-Produktlinie im August 2025 an Sony veräußert wurde. Diese ging anschließend in der Marke INZONE auf.

Fnatic Gear erzielte 2024 einen Umsatz von rund 3,6 Millionen Euro, was einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Margen in diesem Segment gelten allerdings als begrenzt, da Fnatic nicht selbst produziert.

LEC- und VCT-Slots als Kernwert

Im Vergleich zu jüngsten Esport-Übernahmen wirkt die angestrebte Bewertung außergewöhnlich hoch. Luminosity Gaming wechselte 2025 für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag den Besitzer, FaZe Clan wurde 2023 für unter 20 Millionen Dollar übernommen.

Fnatic verfügt jedoch über wertvolle Startplätze in der LEC und der VCT EMEA. Allein ein LEC-Slot wurde 2023 mit rund 26 Millionen Euro bewertet. Diese langfristigen Assets könnten eine zentrale Rolle bei der aktuellen Preisvorstellung spielen.

FAQ

Was prüft Fnatic aktuell?

Die Organisation untersucht einen möglichen Verkauf oder den Einstieg von Investoren.

Wie hoch ist die angestrebte Bewertung?

Rund 100 Millionen Dollar.

Wer begleitet den Prozess?

Oakwell Advisory wurde mit der Suche nach Investoren beauftragt.

Wie haben sich die Umsätze entwickelt?

Der Umsatz sank von 20,5 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 16,5 Millionen Euro 2024.

Schreibt Fnatic Gewinne?

Nein, die Organisation verzeichnet weiterhin Verluste.

Welche Rolle spielt Fnatic Gear?

Die Peripherie-Marke liefert stabile Umsätze und wurde teilweise an Sony verkauft.

Warum ist die Bewertung umstritten?

Vergleichbare Esport-Deals lagen zuletzt deutlich niedriger.

Welche Assets gelten als besonders wertvoll?

Die LEC- und VCT-EMEA-Startplätze von Fnatic.

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