League of Legends: LCK und LCP testen Coach Comms als neues Ingame-Feature
Zum Start der Saison 2026 haben die LCK und die LCP ein neues Feature eingeführt: Coach Comms. Das experimentelle System erlaubt es Coaches erstmals, während eines laufenden Matches direkt mit den Spielern zu kommunizieren. Damit kommt eine zusätzliche Variable in den professionellen League-of-Legends-Esport, die es in dieser Form bislang nicht gab.
Das Prinzip erinnert an den Motorsport. Ähnlich wie Ingenieure in der Formel 1 ihre Fahrer per Funk unterstützen, können nun auch Coaching-Staff-Mitglieder in bestimmten Momenten Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen.
Coach Comms erlaubt bis zu drei Eingriffe pro Spiel
Coach Comms wurde zu Beginn der Saison als neues Kommunikationswerkzeug eingeführt. Während Coaches über viele Jahre ausschließlich vor dem Match Einfluss nehmen konnten, soll sich das nun ändern. Bislang endete ihre Rolle in der Regel nach Draft, Vorbereitung und Strategiegesprächen.
Mit dem neuen System dürfen Coaches während eines Spiels bis zu drei Mal eingreifen. Jeder dieser Eingriffe darf bis zu 45 Sekunden dauern. Das Ziel ist, Teams in entscheidenden Phasen zusätzliche Unterstützung zu geben, ohne den Charakter des Spiels grundlegend zu verändern.
Die erste Reaktion in der Szene fiel jedoch verhalten aus. Mehrere Coaches bezeichneten Coach Comms zunächst als neue Variable, die es zu managen gelte.
Gen.G-Coach Ryu sieht anfangs nur begrenzten Einfluss
Gen.G-Headcoach Ryu Sang-wook äußerte sich beim LCK Media Day zurückhaltend. Er erklärte, dass er nicht davon ausgehe, dass Coach Comms einen großen Einfluss haben werde und dass sich Matches vermutlich ähnlich wie bisher entwickeln würden.
Nach Abschluss der Gruppenphase im LCK Cup richtet sich der Blick nun stärker darauf, welche Teams davon profitieren könnten und wie Coach Comms im Alltag tatsächlich genutzt werden.
Vorteile: Orientierung, Koordination und mentale Stabilität
Ein zentrales Argument für Coach Comms ist die Möglichkeit, Teams in chaotischen Spielphasen neu auszurichten. BNK FearX-Headcoach Park „Edo“ Jun-seok erklärte, dass das System helfen könne, wenn Spieler „in Eile“ sind und mehr Koordination benötigen.
Auch KT-Midlaner Gwak „Bdd“ Bo-seong sagte, dass Coach Comms hilfreicher gewesen sei als erwartet. Er sprach davon, dass die zusätzliche Anleitung im Match nützlich sein könne, um Spieler an den Plan zu erinnern oder das Mapplay besser zu strukturieren.
Ein weiterer genannter Vorteil ist die mentale Komponente. Coaches könnten eingreifen, um Tilt zu verhindern und die Konzentration im Spiel zu stabilisieren. DN SOOPers-Headcoach Ju „oDin“ Yeong-dal sprach in diesem Zusammenhang von möglicher „mental care“.
Zusätzlicher Effekt: Neue Einblicke für Zuschauer
Neben dem sportlichen Nutzen gibt es auch einen Effekt für Zuschauer. Die LCK nutzt Coach Comms, um kurze Kommunikationsausschnitte zwischen Spielern und Coaches zu übertragen.
Das soll Fans eine neue Perspektive bieten und zugleich transparenter machen, welchen Einfluss ein Coach während eines Matches haben kann. Genau dieser Punkt wird in der Community seit Jahren diskutiert.
Nachteile: Ablenkung und Fokusverlust im entscheidenden Moment
Gleichzeitig werden auch klare Risiken genannt. T1-Jungler Mun „Oner“ Hyeon-jun sagte in einem Interview, dass sein Team Coach Comms kaum nutze. Er warnte zudem, dass zusätzliche Kommunikation seinen Fokus stören könne.
Hanwha Life Esports-Headcoach Yoon „Homme“ Sung-youn äußerte ähnliche Bedenken. Selbst wenn ein Coach inhaltlich recht habe, könne die zusätzliche Stimme in kritischen Momenten mehr schaden als helfen.
Auch Lee „Faker“ Sang-hyeok griff beide Seiten auf. Er erklärte, Coach Comms könne nützlich sein, um Dinge anzusprechen, die dem Team im Midgame entgehen. Gleichzeitig könne es aber auch den Flow brechen und es schwerer machen, die Konzentration zu halten.
Nutzen hängt stark vom Team ab
Coach Comms ist kein System, das automatisch für alle Teams sinnvoll ist. Besonders profitieren könnten Organisationen mit neuen Rostern, Teams mit fehlender Synergie oder solche, denen ein klarer Shotcaller fehlt.
Coaches können keine Mechanik-Probleme lösen, aber sie können helfen, Spieler besser auszurichten und Macro-Entscheidungen zu koordinieren. Auch Teams, die unter Druck eher zu Tilt neigen, könnten vom System profitieren.
Für Teams mit stabiler Struktur und eingespielter Kommunikation wie T1 werden die Vorteile hingegen als deutlich begrenzter eingeordnet.
FAQ
Coach Comms erlauben Coaches, während eines Matches direkt mit Spielern zu kommunizieren.
Das Feature wurde in der LCK und der LCP eingeführt.
Bis zu drei Mal pro Spiel, jeweils bis zu 45 Sekunden.
Mehr Koordination, bessere Orientierung im Mapplay und mögliche mentale Stabilisierung.