LoL-Entwickler erklärt, warum neue Champions immer zu stark sind

Zaheen lol

In League of Legends ist vor wenigen Wochen erst der neue Champion Zaheen erschienen. Doch der ist laut dem Gefühl der Spieler einfach viel zu stark. Obwohl er neu ist und ihn viele noch gar nicht richtig beherrschen können, hat er sogar ab Bronze aufwärts eine Winrate von über 51 % und wird zudem im Schnitt in 38 % aller Matches gesperrt (via League of Graphs). Das ist für viele schon ein Beweis, dass er noch weiter generft gehört, denn bereits vor knapp zwei Wochen wurden der Schaden der Passiven und der Fähigkeit auf “Q” deutlich reduziert.

Doch warum werden neue Champions immer zu stark veröffentlicht? Genau dazu hat sich Nick ‘Endstep’ Frijia, ein Seasonal Game Designer von Riot Games, nun in einem Livestream auf Twitch geäußert.

Neue Champions dürfen nicht langweilig sein

„Es ist besser, Risiken einzugehen, als einen langweiligen Champion zu entwickeln“, sagte Endstep. Denn es wäre schwerer, ein uninteressantes Fähigkeitenset im Nachhinein interessanter zu gestalten als umgekehrt. Abschwächungen könne man immer noch vornehmen. 

Als Beispiel nennt Endstep dafür Champions wie Smolder oder Aurora, die beide nach ihrer Veröffentlichung große Überarbeitungen bekamen. Der ursprüngliche Ansatz bei Smolder etwa lag zu stark auf dem Stapeln von Schadenspunkten, doch Spieler fanden eine Möglichkeit, diese schneller und effektiver zu sammeln als ursprünglich geplant. Das machte ihn zu stark, und entsprechend musste er etwas umgebaut werden. 

Aurora war eigentlich als Champion für die Toplane konzipiert, doch dort einfach zu komplex und konnte nur von Profis gespielt werden. Sie bekam einige Anpassungen und wird heute primär in der Mitte eingesetzt.

Auch auf den Champion Bard ging er dabei ein. Dieser veränderte bestehende Spielmuster und ermutigte Supports etwa zum Roaming. Das war in der Season 5 innovativ, würde heute aber kaum als neues Konzept durchgehen. Denn neue Champions müssen sich auch frisch anfühlen, um gespielt zu werden. Und genau das ist bei der schieren Menge an Charakteren inzwischen gar nicht mehr so leicht. 

Riot Games wird auch in Zukunft nicht auf Risiko verzichten

Trotzdem möchte Riot auch künftig neue Wege im Design gehen. Es gab zwar so manche Fehlschläge, doch für Endstep besteht die Lösung nicht darin, gänzlich auf Risiken zu verzichten. Vielmehr ziehe es das Entwicklerteam vor, einen zu starken Champion nach dem Launch überarbeiten zu müssen, anstatt sicherere, aber dafür langweilige Kits mit geringerem Potenzial zu veröffentlichen.

Zuletzt fokussierte sich Riot Games zudem bei den Änderungen an den Champions darauf, dass sie auch in der Low-Elo erfolgreich sind. Qiyana etwa ist derzeit ein viel zu starker Jungler bei den Profis, aber hat trotzdem schlechte Winrates im Bereich Bronze. Deshalb wird dort erst einmal keine Abschwächung vorgenommen. Andere Champions, die wiederum im Profibereich zu schwach waren, bekamen trotzdem noch weitere Nerfs, um sie Anfängern besser zugänglich zu machen.

Wo es aber große Änderungen geben wird, das sind die Mechaniken auf der Karte und die Items im Spiel. Hier plant Riot Games für 2026 unter anderem die Abschaffung von Atakhan, 11 neue Items und brandneue Rollenquests für jede Lane im Spiel. All diese Änderungen haben wir euch hier zusammengefasst.

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