Ein LoL-Spieler ist so erfolgreich, dass er jetzt mit dem Premierminister über die Zukunft von E-Sport verhandelt

Faker

Lee „Faker“ Sang-hyeok ist eine absolute Ikone in League of Legends. Er begann seine Karriere 2013 beim Team SK Telecom T1, dem er bis heute treu geblieben ist. Mit seiner Mannschaft gewann er die Worlds 2013, 2015 sowie 2016 und erlebt gerade noch einen zweiten Frühling. Denn aktuell ist T1 sogar dreifacher Weltmeister in Folge und konnte sich den Titel 2023, 2024 und 2025 sichern

Spannend ist: Die meisten Titel nach Faker haben allesamt seine ehemaligen Mitspieler, darunter Bengi aus der ersten Ära und Gumayusi, Oner und Keria aus den vergangenen drei Jahren. Zwei Siege bei den Worlds konnten sich gleich fünf weitere Spieler sichern, wobei drei davon ebenfalls zu T1 gehörten. Nur Cho „BeryL“ Geon-hee schaffte es, Siege mit DRX und DAMWON Gaming zu holen.

Faker machte zudem Schlagzeilen mit besonderen Highlightmomenten wie dem legendären 1v1-Fight auf Zed, seinen schnellen Reaktionen, seiner Loyalität zu T1, und er war der erste Spieler, der in die offizielle Hall of Fame von League of Legends aufgenommen wurde. Zuletzt gewann er zusammen mit seiner Mannschaft den KeSPA Cup.

Wie kann die Regierung die Teams und Turnierveranstalter unterstützen?

In Südkorea genießt er absoluten Legendenstatus, auch außerhalb der LoL- oder Esport-Szene. So ist es normalerweise üblich, dass alle Männer in dem Land spätestens mit 26 zum Militärdienst müssen. So geht es aktuell etwa dem LoL-Profi Peanut, der darum seine Karriere beendet hat. Nur für besondere Ausnahmetalente im Sport oder in der Musik gibt es Ausnahmen. Eine solche Ausnahme bekam Faker.

Wie die koreanische Webseite News1 nun berichtet, traf sich Faker nun mit dem Premierminister Kim Min-seok, um mit ihm über die Zukunft des Esports zu sprechen. Genaue Details dazu, was zwischen Kim Min-seok und Faker besprochen wurde, gibt es nicht. 

Ein wichtiges Thema sollte wohl aber die Frage sein, wie die Regierung Teams, Entwickler und Turnierveranstalter unterstützen und faire Arbeitsbedingungen für die Spieler gewährleisten kann. Hier sollen etwa Verträge, aber auch Probleme wie Burn-out in den Fokus rücken. Zudem soll eine faire Umgebung geschaffen werden, in der auch nicht rechtsfrei agiert werden darf. So kam es in der jüngsten Vergangenheit auch zu Anfeindungen gegen Spieler wie Gumayusi durch angebliche Fans. Hier forderte bereits ein südkoreanischer Abgeordneter härtere Maßnahmen und mehr Unterstützung.

In den Medien wird zudem spekuliert, was sonst noch besprochen werden könnte. Hier wurden Jugend- und Nachwuchsförderung und der generelle Umgang mit E-Sport in den Schulen eingebracht. Ein Thema wird sicherlich auch der Militärdienst sein, der bereits einige Esportler dazu zwang, aufzuhören. Denn steigt man im Alter von 26 Jahren dann für 18 bis 24 Monate komplett aus League of Legends aus, ist es fast unmöglich, wieder zu alter Form zu finden.

Esport gilt in Korea als richtiges Kulturgut

Generell nimmt der E-Sport in Korea eine ganz andere Rolle ein als bei uns in Deutschland. Er ist dort nicht bloße Unterhaltung, sondern wirtschaftlich relevant und zudem ein echtes Kulturgut. Dass Faker direkt mit dem höchsten politischen Amt des Landes ins Gespräch gebracht wurde, zeigt, wie ernst Südkorea die Zukunft des Gamings und seine Rolle auf der globalen Bühne nimmt.

Die Kommentare sind geschlossen.