New York verklagt Valve wegen Lootbox-Glücksspiel in Videospielen
Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York hat Klage gegen den Videospielentwickler Valve eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass Lootboxen in Spielen des Unternehmens illegales Glücksspiel darstellen. Die Klage wurde am Mittwoch bei einem Staatsgericht in Manhattan eingereicht.
Vorwurf: Verstoß gegen Verfassung und Strafrecht
Generalstaatsanwältin Letitia James erklärt in der Klageschrift, Valves Lootboxen seien der „Inbegriff des Glücksspiels“. Dadurch würden die Verfassung sowie das Strafgesetz des Bundesstaates New York verletzt.
Wertvolle Gegenstände seien selten, während viele Items lediglich einen geringen Wert hätten. Valve mit Sitz in Bellevue im US-Bundesstaat Washington reagierte zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Verkauf von Schlüsseln im Fokus
Lootboxen erlauben es Spielern, mit echtem Geld Chancen auf virtuelle Gegenstände zu erwerben. Dazu zählen unter anderem Dekorationen für Spielfiguren oder Waffen.
Laut Klage generiere Valve durch den Verkauf von Schlüsseln zum Öffnen dieser Lootboxen Milliardenumsätze.
In einem Spiel werde der Öffnungsvorgang einem Spielautomaten nachempfunden. Dabei drehe sich ein Rad durch verschiedene Gegenstände, bevor es stoppe.
Weiterverkauf über Steam Market
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Geschäftsmodell von Valve. Spieler können gewonnene Gegenstände über den Steam Community Market sowie über andere Plattformen weiterverkaufen. Nach Ansicht der Generalstaatsanwältin verstärke dies die Glücksspielähnlichkeit des Systems.
Schutz von Minderjährigen
In der Klage wird betont, dass Lootboxen besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt seien. Unter Berufung auf das Massachusetts Department of Public Health wird angeführt, dass Kinder, die bereits im Alter von 12 Jahren mit Glücksspiel in Kontakt kommen, ein vierfach höheres Risiko haben, später spielsüchtig zu werden.
James fordert eine Entschädigung für betroffene Spieler sowie eine Geldstrafe in Höhe des Dreifachen der angeblich illegal erzielten Gewinne.
Frühere regulatorische Maßnahmen
Lootboxen waren bereits Gegenstand regulatorischer Maßnahmen in den USA. Im Januar 2025 verhängte die Federal Trade Commission eine Geldstrafe von 20 Millionen Dollar gegen Cognosphere, den Hersteller von Genshin Impact. Grund waren Vorwürfe, Kinder und andere Nutzer über Gewinnchancen von Lootboxen getäuscht zu haben.
Zudem wurde festgelegt, dass Kinder unter 16 Jahren keine Lootboxen ohne Zustimmung der Eltern erwerben dürfen. Cognosphere räumte laut FTC kein Fehlverhalten ein.
FAQ
Die Generalstaatsanwältin wirft Valve vor, mit Lootboxen illegales Glücksspiel zu fördern.
Lootboxen seien der „Inbegriff des Glücksspiels“ und verstießen gegen die Verfassung sowie das Strafgesetz des Bundesstaates New York.
Valve erzielt laut Klage Milliardenumsätze durch den Verkauf von Schlüsseln zum Öffnen von Lootboxen.
Eine Entschädigung für betroffene Spieler sowie eine Geldstrafe in Höhe des Dreifachen der angeblich illegal erzielten Gewinne.
Ja. Die US-amerikanische Federal Trade Commission verhängte im Januar 2025 eine Geldstrafe von 20 Millionen Dollar gegen Cognosphere im Zusammenhang mit Lootboxen.