LCK Road Show 2026: T1 skaliert Live-Events konsequent weiter

T1 plant für die Saison 2026 einen deutlichen Ausbau seiner Live-Event-Präsenz. Zwei Home-Ground-Events im Rahmen der LCK Road Show markieren einen strategischen Schritt, der über einzelne Showcases hinausgeht und das Wettbewerbsformat nachhaltig prägt.
Zwei Termine mit klarer Standortlogik
Das erste Home-Ground-Event setzt T1 Ende April 2026 in Incheon an. Die INSPIRE Arena dient bereits aus früheren Jahren als vertraute Umgebung für Organisation, Team und Fans. Mit einer Kapazität von bis zu 15.000 Zuschauer:innen bietet sie die notwendige Größenordnung, um reguläre LCK-Matches in ein Arenaformat zu überführen.
Im August folgt der zweite Termin im KSPO Dome in Seoul. Die Wahl dieser Arena verlagert das Heimspiel bewusst in eine andere Metropolregion. T1 erreicht damit Zielgruppen, die bei vorherigen Events außerhalb von Incheon lagen. Die Organisation nutzt zwei geografisch unterschiedliche Standorte und verankert ihre Marke stärker im nationalen Raum.
Erfahrungen aus 2024 und 2025 als Grundlage
Die Entscheidung für zwei Events basiert auf messbaren Ergebnissen aus den Vorjahren. Das Home-Ground-Event im Juli 2025 zog über mehrere Tage mehr als 30.000 Besucher:innen an. Auch die Auftritte in den Jahren 2024 und 2025 etablierten das Road-Show-Format als festen Bestandteil des LCK-Kalenders.
Diese Veranstaltungen zeigten, dass reguläre Ligaspiele außerhalb des Studios organisatorisch umsetzbar sind und sportlich funktionieren. Teams, Liga und Zuschauer:innen akzeptierten das Format als vollwertigen Wettbewerbsspieltag.
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Ticketumsätze als zentrales Argument
Neben Reichweite und Markenbindung spielen wirtschaftliche Faktoren eine zentrale Rolle. Laut COO Josh Woongki Ahn erzielten frühere Home-Ground-Events Ticketumsätze zwischen 1,4 und 2 Millionen US-Dollar. Diese Einnahmen schaffen Planungssicherheit und rechtfertigen den höheren logistischen Aufwand gegenüber Studio-Spieltagen.
Für T1 entsteht dadurch ein skalierbares Modell. Arena-Events erweitern die Erlösstruktur über Medienrechte und Sponsoring hinaus. Gleichzeitig behalten Team und Liga die Kontrolle über Ticketing, Merchandise und lokale Aktivierungen.
Langfristige Perspektiven über Korea hinaus
T1 denkt über nationale Grenzen hinweg. Ahn nannte die Sphere in Las Vegas als mögliche Event-Location in der Zukunft. Konkrete Planungen liegen dazu aktuell nicht vor. Zusätzlich verfolgt die Organisation das Ziel, langfristig ein eigenes Stadion zu errichten, um Heimspiele unabhängig von externen Arenen auszutragen.
Diese Ambitionen zeigen, dass Home-Ground-Events Teil einer langfristigen Infrastrukturstrategie sind und nicht als kurzfristige Marketingmaßnahme angelegt wurden.
Einordnung im Kontext von Riot Games
Die Pläne von T1 fügen sich in eine größere Entwicklung ein. Riot Games treibt die Regionalisierung des professionellen League-of-Legends-Wettbewerbs voran. Auch die LEC plant für 2026 mehrere Road-Show-Events in Zusammenarbeit mit lokalen Teams.
Der Ligabetrieb verschiebt sich damit schrittweise weg vom reinen Studiofokus. Live-Events vor Ort stärken die Bindung zwischen Teams und regionalen Fanbases und eröffnen zusätzliche Erlösquellen.
T1 Home-Ground-Events als Wegbereiter
Mit zwei Home-Ground-Events in einer Saison setzt T1 einen neuen Maßstab innerhalb der LCK. Die Organisation testet, wie weit sich das Modell skalieren lässt, ohne den Ligabetrieb zu fragmentieren. Die Ergebnisse aus 2026 dürften richtungsweisend sein für weitere Teams und Ligen, die ähnliche Konzepte prüfen.