Tetris will nach dem Red-Bull-World-Final olympischer Esport werden
Nach einem der größten Turniere in der Geschichte des Spiels richtet Tetris den Blick auf ein neues Ziel. Der Klassiker strebt langfristig die Anerkennung als olympischer Esport an.
Ausgangspunkt ist das Red Bull Tetris World Final, das Anfang Dezember 2025 in Dubai ausgetragen wurde. Gespielt wurde vor der Kulisse des Dubai Frame, der dabei selbst Teil der Inszenierung war. Das Event gilt als bisher sichtbarster Schritt von Tetris in Richtung eines globalen Wettbewerbssports.
Ambitionen der Tetris Company
Am Rande des Turniers erklärte Maya Rogers, CEO der Tetris Company, dass eine olympische Anerkennung „definitiv zu den Zielen der nächsten ein bis drei Jahre“ gehöre. Aus Sicht des Unternehmens bringe Tetris zentrale Voraussetzungen mit, die viele andere Titel nicht erfüllen.
Vor allem die Familienfreundlichkeit wird dabei hervorgehoben. Auch Tetris-Mitgründer Henk Rogers argumentiert, dass das Spiel generationsübergreifend verständlich sei und damit eher klassischen olympischen Disziplinen gleiche als modernen, komplexen Esports-Titeln.
Anpassungen für ein olympisches Format
Bevor ein offizieller Antrag realistisch wird, muss sich jedoch die Wettbewerbsstruktur verändern. Henk Rogers spricht davon, Tetris zu einem „olympischen Esport im eigentlichen Sinne“ weiterzuentwickeln. Gemeint ist ein System, das weniger auf reine Höchstgeschwindigkeit und stärker auf Nachvollziehbarkeit setzt.
Ein zentrales Problem sieht das Unternehmen in der Zuschauerperspektive. Spiele auf höchstem Niveau laufen so schnell ab, dass selbst erfahrene Zuschauer Mühe haben, Entscheidungen zu erkennen. Geplant sind daher unter anderem Wiederholungen, alternative Kameraperspektiven und analytische Einblendungen.
Auch der Einsatz von KI wird intern diskutiert. Sie soll optimale Züge identifizieren und nachträglich erklären, um das Geschehen besser einzuordnen.
Stimmen aus der Spielerszene
Der amtierende Weltmeister Fehmi Atalar reagierte zurückhaltend optimistisch auf die Pläne. Er sieht eine olympische Zukunft für Tetris grundsätzlich als möglich an, betont aber, dass dafür sehr klare Rahmenbedingungen nötig seien. Entscheidend sei eine saubere Umsetzung, nicht allein der Name der Olympischen Spiele.
Schwierige Beziehung zwischen Esports und Olympia
Die bisherigen Erfahrungen der International Olympic Committee mit Esports gelten als durchwachsen. Die Olympic Esports Series 2023 verzichtete bewusst auf populäre Titel wie League of Legends oder Counter-Strike, was zu deutlicher Kritik führte.
Auch das gemeinsam mit Saudi-Arabien geplante Projekt der Olympic Esports Games wurde verschoben und später vorzeitig beendet. Der IOC kündigte zuletzt an, einen neuen Ansatz für Esports im olympischen Kontext entwickeln zu wollen.
Es ist unklar, ob Tetris Teil dieses Ansatzes wird. Eines steht jedoch fest: Das Spiel stellt sich bewusst als Gegenentwurf zu komplexen, gewalthaltigen Titeln dar – und wählt damit einen anderen Weg zur Olympia.
FAQ
Die Anerkennung des Esports als olympische Disziplin.
Die Red Bull Tetris World Final 2025 findet in Dubai statt.
Aufgrund seiner simplen Regeln und der Eignung für die ganze Familie.
Erhöhter Fokus auf das Zuschauerverständnis durch Replays und Analysen.
Ja, um Spielzüge im Nachhinein zu erläutern.
Zurückhaltend optimistisch, Schwerpunkt auf Umsetzung.
Mit Zurückhaltung und Rückschlägen belastet.
Nein, sie wird momentan als langfristige Zielsetzung angesehen.