Profi-Spielerin schummelt bei einem Turnier und zeigt eine obszöne Geste in die Kamera

Im Rahmen der 33. Southeast Asian Games fand in Thailand ein Arena of Valor-Turnier statt, an dem nur Frauen teilnehmen und dabei ihr Land repräsentieren durften. Arena of Valor ist dabei der internationale Name für das chinesische MOBA Honor of Kings, das zu den größten Videospielen überhaupt auf der Welt zählt.
Für Thailand trat unter anderem Naphat „Tokyogurl“ Warasin an. Sie wurde jedoch im Anschluss an das Finale im Winner Bracket gesperrt, weil sie gegen die Turnierregeln verstieß. Zudem wurde auch ihr Vertrag mit der Organisation TALON aufgelöst und es gab noch einen weiteren Eklat, bei dem sie den Mittelfinger in Richtung der Caster zeigte.
Der genaue Verstoß ist unbekannt, doch es geht wohl um Screensharing
In der offiziellen Mitteilung der Turnierorganisation hieß es, dass Tokyogurl gegen Artikel 9.4.3 der Esports-Regeln verstoßen haben soll. Es sollen ausreichende Beweise dafür gefunden worden sein. Was genau der Regelverstoß war, wurde nicht offiziell kommuniziert. Allerdings berichten mehrere Medien davon, dass Screensharing, also das Teilen des Handy-Bildschirms, der Grund sein soll.
Die Folge war eine Disqualifikation von Tokyogurl und der gesamten thailändischen Nationalmannschaft. Die hatte gerade zwar das Finale im Winner Bracket mit 0:3 verloren, hatte so aber den dritten Platz sicher und hätte sich über das Loser Bracket noch ein Rematch oder wenigstens Platz 2 holen können. Doch so zog Laos kampflos ins Finale ein und unterlag dort mit 0:4 dem Team aus Vietnam.
Die Thai Esports Federation (TESF) erklärte im Anschluss, dass sie die Strafe akzeptiert. Für Tokyogurl selbst gab es aber noch weitere Konsequenzen.
Ein Mittelfinger in Richtung der Caster und ein Rauswurf aus dem Team Talon
Schon im Match gegen Vietnam fiel die Spielerin mit einer unschönen Aktion auf. Sie zeigte vor laufenden Kameras den Mittelfinger in Richtung der Shoutcaster (Titelbild). Schon dafür drohten ihr ein Disziplinarverfahren und der Rauswurf aus der thailändischen Nationalmannschaft (via Sheep Esports).
Obendrein trennte sich auch die Organisation TALON, für die sie in den vergangenen Monaten reguläre Turniere gespielt hatte, von ihr. Im Statement heißt es:
„TALON stimmt den Feststellungen und der Entscheidung des Technischen Delegierten im AOV-E-Sport-Wettbewerb der Frauenmannschaft bei den 33. SEA Games am 15. Dezember 2025 zu“.Die E-Sport-Athletin Naphat Warasin hat während des Wettbewerbs gegen eine wichtige Regel verstoßen und wurde von den 33. SEA Games disqualifiziert. Die Organisation hat den Status der Spielerin als E-Sport-Athletin unter ihrer Schirmherrschaft mit Wirkung zum 16. Dezember 2025 beendet.“
Nicht der einzige Vorfall bei den Southeast Asian Games
Doch nicht nur die Aktion von Tokyogurl sorgte für Schlagzeilen bei dem Event, an dem nicht nur Esportler, sondern auch Athleten, Fußballer oder Judoka teilnahmen. Diesen waren jedoch weit weniger harmlos als Schummeleien in einem Videospiel. So entflammte zuletzt wieder ein Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand, der zur Folge hatte, dass sich sämtliche Mitglieder der Mannschaft von Kambodscha zurückziehen mussten. Sie nahmen zwar noch an der Eröffnungsfeier teil, reisten dann jedoch ab.
Das Nationale Olympische Komitee Kambodschas erklärte dazu:
„Aufgrund ernsthafter Bedenken und der Bitte der Familien unserer Athleten, ihre Angehörigen unverzüglich nach Hause zurückzuholen, muss das NOCC aus Sicherheitsgründen unsere gesamte Delegation zurückziehen und ihre umgehende Rückkehr nach Kambodscha organisieren.“